Bunkerbesichtigung in Rudersberg mit Kunsthistorikerin Ines Ebertz

Die LandFrauen Oppenweiler haben die doch noch junge historische Bunkeranlage unter dem Schulzentrum in Rudersberg besichtigt. Diese Schutzanlage wurde zwischen 1958 und 1964 parallel zum Schulzentrum erbaut und konnte so im „Geheimen“ erstellt werden. Sie fungierte im Kalten Krieg einst als Behelfskrankenhaus, um die Stuttgarter Kliniken im Fall eines atomaren Ernstfalls zu entlasten und war für 450 Betten ausgelegt. Dieser Bunker ist einer von nur noch fünf erhaltenen dieser Art in ganz Deutschland.

Die Führung veranschaulichte die gut erhaltene Infrastruktur des ehemaligen Bunkers mit seinen vollständig funktionsfähigen Bereichen wie Dekontaminationsduschen für Strahlungsopfer, Röntgenraum, OP-Säle und Sterilräume.

Im Röntgen- und Vorbereitungsraum befindet sich heute eine Dokumentation zum Thema „Kalter Krieg, deren Ursachen, Geschichte und Folgen“. Vor dem Hintergrund der angespannten Ost-West-Beziehung und der Debatte über eine Wiederkehr des Kalten Krieges blickt die Ausstellung auch auf die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts – vom Kriegsende 1945 bis zur Auflösung der Sowjetunion 1991.

Die Schau arbeitet die weltanschaulichen, politischen, militärischen und wirtschaftlichen Ursachen des Kalten Krieges in globaler Perspektive heraus. Schwerpunkte setzt sie dabei auf den nuklearen Rüstungswettlauf, die Kriege in der Dritten Welt und die Konfliktlösungsstrategien der 1970er und 1980er Jahre. Die Ausstellung präsentiert hierzu 165 zeithistorische Fotos, Dokumente und Schaubilder.

In den 1990er Jahren wurden im Zuge der Entspannung die Hilfskrankenhäuser stillgelegt. Die „Kulturinitiative Bunker Rudersberg“ arbeitet seit 2020 daran, die einst Geheime Anlage in Rudersberg durch Führungen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.  Auch findet unter der Leitung des Vereins das Theaterstück „Mr. Cold War – eine verstrahlte Menschheitsgeschichte“ für Erwachsene und Schüler und Schülerinnen ab 13 Jahren statt, hierbei geht es um den Kalten Krieg von 1945 bis 1989.

Nach dem sehr interessanten Rundgang gab es zum Abschluss noch ein leckeres Bauernbrot mit Frischkäse.